Der Angriffsschlag ist der direkteste Weg zum Punkt. Und es kommt nicht nur auf Kraft an: Ein guter Anlauf, ein sauber ausgeholter Arm und der Treffpunkt ganz oben zählen mehr als ein harter Schlag.
Angriffstechnik Schritt für Schritt
Für Rechtshänder (Linkshänder spiegelverkehrt) hat der Angriffsschlag vier Phasen:
Anlauf
Üblich sind drei oder vier Schritte; beim Dreierschritt: links, rechts, links. Der erste gibt die Richtung vor, die letzten beiden sind schnell und lang und bremsen den Lauf ab, um ihn in einen Sprung umzuwandeln. Beim vorletzten Schritt nehmen Sie beide Arme nach hinten, um mit ihnen Schwung zu holen.
Ausholen
Beim Absprung gehen beide Arme gemeinsam nach oben. Der linke zeigt auf den Ball, der rechte holt mit hohem Ellbogen über der Schulter aus, die Hand hinter dem Kopf. Der Oberkörper dreht leicht nach rechts, um den Schlag freizugeben.
Schlag
Treffen Sie den Ball am höchsten erreichbaren Punkt vor der Schlagschulter. Offene, feste Hand, Kontakt mit der ganzen Handfläche und ein Handgelenk, das über den Ball klappt und ihm Topspin gibt. Der linke Arm zieht kräftig nach unten, während der rechte schlägt.
Landung
Landen Sie beidbeinig mit gebeugten Knien, ohne das Netz zu berühren oder die Mittellinie zu überqueren. Eine gute Landung schützt Knie und Sprunggelenke und macht Sie bereit für die nächste Aktion.
Angriffsarten
Diagonal- und Linienschlag
Das ist der Grundschlag. Der Diagonalschlag ist am natürlichsten und bietet mehr Feld; der Linienschlag entlang der Seitenlinie überrascht, wenn der Block die Diagonale zumacht. Wer die Richtung mit Oberkörperdrehung und Handgelenk statt nur mit dem Arm wechselt, macht es dem Block schwer, sie zu lesen.
Platzierter Angriff
Ziel ist eine freie Zone (die hinteren Ecken, die Feldmitte oder die Lücke hinter dem Block), mit weniger Kraft und mehr Präzision.
Lob
Man holt aus wie für einen harten Schlag und spielt den Ball im letzten Moment mit den Fingerspitzen knapp hinter den Block. Laut Regeln ist das nur erlaubt, wenn der Ball sauber gespielt und nicht gefangen oder geworfen wird.
Block-out
Bei einem hohen Block schlägt man den Ball gegen die Außenseite der Blockhände, sodass er ins Aus geht. Berührt der Ball den Block und geht ins Aus, gehört der Punkt dem Angreifer.
Regeln rund um den Angriffsschlag
Nach den offiziellen FIVB-Regeln 2025-2028 (Regeln 11 und 13):
- Vorderspieler dürfen in jeder Höhe angreifen, sofern sie den Ball im eigenen Spielraum berühren.
- Ein Hinterspieler darf einen Ball oberhalb der Netzkante nur angreifen, wenn er hinter der Angriffslinie abspringt, ohne sie zu berühren. Landen darf er danach davor.
- Den gegnerischen Aufschlag darf man nicht angreifen, wenn der Ball in der Vorderzone vollständig oberhalb der Netzkante ist.
- Der Libero darf nicht angreifen, wenn der Ball im Moment des Schlags vollständig oberhalb der Netzkante ist.
- Eine Netzberührung zwischen den Antennen während der Aktion, den Ball zu spielen, also bei Absprung, Schlag und Landung, ist ein Fehler.
Häufige Fehler und wie Sie sie korrigieren
- Unter den Ball laufen. Liegt der Ball hinter dem Kopf, schlagen Sie nach oben und er geht ins Aus. Starten Sie den Anlauf später und halten Sie den Ball vor der Schulter.
- Zu früh springen. Sie warten in der Luft und schlagen im Fallen. Starten Sie den Anlauf, wenn der Ball vom höchsten Punkt des Zuspiels zu fallen beginnt.
- Tiefer Ellbogen. Mit dem Ellbogen unter Schulterhöhe verlieren Sie Höhe und Kraft und überlasten die Schulter. Holen Sie immer mit hohem Ellbogen aus.
- Immer auf dieselbe Stelle schlagen. Block und Abwehr lesen Sie sofort. Wechseln Sie zwischen Diagonale, Linie und Lob.
- Einbeinig oder zum Netz hin landen. Das ist die Ursache vieler Sprunggelenksverletzungen. Springen Sie nach oben, nicht nach vorn, und landen Sie beidbeinig.
Angriffsübungen
- Schlag gegen die Wand. Schlagen Sie aus 3 bis 4 Metern Abstand den Ball so auf den Boden, dass er von der Wand zu Ihnen zurückprallt, und wiederholen Sie ohne Pause. Trainiert werden Ausholen, Handflächenkontakt und Handgelenk. 3 Serien à 20 Schläge.
- Anlauf ohne Ball. Wiederholen Sie den Drei- oder Vierschrittanlauf mit Sprung und Landung ohne Ball, bis er automatisch abläuft. 3 Serien à 8.
- Angriff nach eigenem Zuwurf. Werfen Sie sich den Ball hoch und leicht nach vorn, machen Sie zwei Anlaufschritte und schlagen Sie. So stimmen Sie das Timing des Absprungs ab, ohne einen Zuspieler zu brauchen.
- Angriff auf Zonen. Mit Zuspiel von Position 3 schlagen Sie auf Ziele in der Diagonale, auf der Linie und hinter dem Block. Serien von 10, Treffer notieren.
- Angriff gegen den Block. Ein Mitspieler blockt von einem Kasten oder einer Plattform aus. Sie trainieren Lob und Block-out.
Aus der Praxis
Als Außenangreifer habe ich unzählige Bälle angegriffen, und wenn ich eines gelernt habe, dann dass der Angriff nicht nur auf dem Feld gewonnen wird. Es ist sehr wichtig, die Muskulatur auch abseits des Spielfelds zu stärken: Krafttraining ist das, was Sie höher springen und härter schlagen lässt.
Für Kraft und Sprungkraft: Athletiktraining für Volleyball: Übungen, Trainingspläne und Periodisierung

